Freitag 03. März 1995 20:00 Uhr
Berufsakademie Heidenheim |
Ein Programm mit stark osteuropäisch eingefärbter "Jazz'n'improv" bringt eine der unkonventionellsten
Bands von New York. Der Trompeter Dave Douglas denkt über musikalische Kategorien hinaus, spielt sein
Instrument mit kaum zu fassender Virtuosität und verfügt gleichwohl über enorm viel trockenen Witz. Sein Spiel
hat sowohl bläserische Attacke als auch tänzerische Grazie.
Das Trio läßt seine Zuhörer schnellstens erkennen, ob sie schon bereit sind für die Postmoderne. Doch eines ist
garantiert: Dieses Trio ist für Überraschungen gut, und diese Aha-Effekte sind gar genüsslich anzuhören. Man
muss nicht unbedingt postmodern sein, um auf seine Kosten zu kommen. Bei der starken Mischung: swingender
Duke Ellington, melancholische Balladen von Kurt Weill, verschrobenes von Webern und Stravinsky, jiddischer
Kletzmer, wilde Balkanmusik und ungarischer Czardasz. Und Jim Black am Schlagzeug nebst Gitarrist
Brad Schoeppach bewährten sich schon auf der letzten vielgelobten CD "The Tiny Bell Trio".
Die Künstler kennen sich, reagieren traumhaft aufeinander und arbeiten bei aller Spontanität formvollendet.
Die Band spielt rein akustisch, wie es derzeit in New York angesagt ist.
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