Freitag 16. Februar 2001 20:00 Uhr
Berufsakademie Heidenheim

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Charlie Mariano spielte schon "Weltmusik", als es den Begriff noch gar nicht gab und es
war nur eine Frage der Zeit, bis er bei seinen Grenzüberschreitungen vom Jazz zu fremden
Kulturen auf den Algerier Chaouki Smahi treffen sollte. Gemeinsam gründeten sie 1995 die
Formation Nassim: Chaouki Smahis Kompositionen sind inspiriert von arabischer und
andalusischer Musiktradition, beeinflusst auch von der aktuellen algerischen Rai-Musik,
sie verschmelzen urbane moderne und uralte Rhythmen zu einem einheitlichen Ganzen;
arabische Musiktradition mischt sich mit Jazz zu einem völlig neuen Sound.
Chaouki Smahi ist als Musiker Autodidakt, doch verfügt der Oud-Spieler über die gesamte
Bandbreite klassisch arabischer Musik bis hin zum modernen algerischen Rai.
Yahia Smahi spielt als Percussionist die traditionellen arabischen Trommeln wie Darbouka
und das Bendir.
Es gibt nicht viele Musiker, die mit Gillespie, Parker oder Garner in einer Band gespielt
haben, in den legendären Big Bands eines Kenton oder Mingus gesessen sind und die
europäische Jazzszene geprägt haben. 1923 in Boston geboren, Ausbildung an der
Berklee School of Music, gründet Charlie Mariano 1960 sein eigenes Quartett, geht
auf Tournee und bleibt einige Jahre in Fernost; von nun an ist er aus der Jazzgeschichte
nicht mehr wegzudenken. Seit 1971 lebt er in Europa und wird rasch bekannt, u.a. durch das
United Jazz & Rock Ensemble. Sein stetes Interesse an anderen Musikkulturen führt ihn
immer wieder nach Südostasien und Amerika. Contemporary Music ist das, was ihn wirklich
interessiert: Neues zu erspüren und zu spielen, aktuelle Strömungen des World Jazz
aufzunehmen. Er ist im besten Sinne ein Weltmusiker, der sich voll Achtung in regionale
Kulturen einfühlt.
Nassim (Morgenbrise): ein kultureller Brückenschlag, der die Lust des Jazz an der
Freiheit mit den streng reglementierten Spielformen der traditionellen Folklore verbindet.
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