Charlie Mariano spielte schon "Weltmusik", als es den Begriff noch gar nicht
gab und es war nur eine Frage der Zeit, bis er bei seinen Grenzüberschreitungen
vom Jazz zu fremden Kulturen auf den Algerier Chaouki Smahi treffen sollte.
Gemeinsam gründeten sie 1995 die Formation Nassim: verschiedene Stränge
der nordafrika- nischen Musik werden neu verwoben; die Stücke sind
inspiriert von arabischer und andalusischer Musiktradition, beeinflusst auch
von der aktuellen algerischen Rai-Musik und Wüstengrooes. In den Kompositionen
von Chaouki Smahi verschmelzen urbane moderne und uralte Rhythmen zu einem
einheitlichen Ganzen; arabische Musiktradition mischt sich mit Jazz zu einem
völlig neuen Sound.
Chaouki Smahi ist als Musiker Autodidakt, doch verfügt der Oud-Spieler über die
gesamte Bandbreite klassisch arabischer Musik bis hin zum modernen algerischen Rai.
Sein Bruder Yahia Smahi spielt als Percussionist die traditionellen arabischen
Trommeln wie Darbouka und das Bendir sowohl zu klassischer arabischer und andalusischer
als auch zu moderner Musik. Bereits mit 13 hatte er seine erste Rundfunkaufnahme und
er begleitete auch die algerischen Stars Khaled und Khaldi.
Nachdem die beiden erst mit Pharoah Sanders auf der Bühne standen, luden sie auch
den Heidenheimer Saxophonisten Harry Berger zum gemeinsamen Projekt ein: ein kultureller
Brückenschlag, der die Lust des Jazz an der Freiheit mit den streng reglementierten
Spielformen der traditionellen Folklore verbindet.